Den eigenen Ex-Mandanten zu verklagen ist immer wieder ärgerlich. Aber andererseits auch nicht besonders schwer.
So auch diesmal: Der Mandant wurde in einer Strafvollstreckungssache sauber verteidigt und hat sogar das bekommen, womit er ohne Verteidiger gescheitert war, nämlich eine vorzeitige Haftentlassung. So ohne weiteres war damit auch nicht zu rechnen. Die Sache wurde ebenso sauber vorbereitet – allein, die Bezahlung blieb aus.
Nach zig höflichen Schreiben musste dann das Mahnverfahren her halten. Zu meiner Überraschung legte er Widerspruch ein und so mussten wir vor das Zivilgericht. Zu meiner noch größeren Überraschung behauptete der Ex-Mandant auf einmal, er wollte gar nicht von mir verteidigt werden, stattdessen sei ich einfach so in den Knast vorbei gekommen und hätte mich ihm aufgedrängt. Und das ganze noch für umsonst, denn ich hätte sinngemäß versprochen, dafür kein Geld zu nehmen.