Bloss keinen Pflichtverteidigerwechsel

Ein Kollege verteidigt einen Mandanten, dieser wird zu einer Strafe ohne Bewährung verurteilt. Es bleibt nur noch die Revision. Der Kollege teilt dem Mandanten mit, dass er selber kaum bis wenig Erfahrungen mit Revisionen habe. Er empfiehlt ihm für das Revisionsverfahren einen anderen Kollegen, nämlich meine Wenigkeit. Das finde ich nicht nur gut, weil er mich empfohlen hat, sondern weil er so ehrlich war, dem Mandanten mitzuteilen, sich in einem bestimmten Rechtsgebiet nicht gut auszukennen. Das machen viel zu wenige Kollegen zum Nachteil ihrer Mandanten. Und gerade bei der Revision braucht es schon eines gewissen Spezialwissens, weil ein Revisionsverfahren ganz bestimmte Formvorschriften kennt, die teilweise nicht im Gesetz stehen und die man wissen/kennen sollte.

Keine Neuigkeit: Abmahnkanzleien nerven.

Diese Abmahnanwälte. Ich bin genervt. Neuester Anlass für ein Ärgernis ist folgendes: Mandant wird wegen eines Porno-Downloads abgemahnt. Wir geben modifizierte Unterlassungserklärung ab und verhandeln die Gebühren herunter. Lange vor meiner Schmerzgrenze sagt die Mandantschaft, dass sie den mir noch lange nicht genug heruntergehandelten Betrag gerne zahlen möchten, um Ruhe zu haben. Ich kläre auf, dass die Gegenseite meines Erachtens nach noch zu viel fordert, aber kann schon verstehen, dass man keine Lust mehr auf den Streit hat. Die Zermürbungsstrategie ist ja auch letztlich Teil der Abmahnanwaltschaft, der ich mich ansonsten aber immer widersetze.

Diebesgut bitte als Einkommen angeben

Da macht man sich vor ein paar Wochen noch darüber lustig, dass Bankräuber eigentlich ihre Einnahmen versteuern müssten und jetzt das: Einem Pressebericht aus Düsseldorf ist zu entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft einem Pärchen Betrug vorwirft, weil sie Einnahmen aus Einbrüchen nicht bei der Hartz-IV-Behörde angegeben hätten. Im Klartext: Man ist also schon wegen des Einbruchs rechtskräftig verurteilt worden und bekommt nun möglicherweise noch einen Nachschlag wegen angeblich unterlassener Angaben.

Die Verteidigerin macht laut diesem Pressebericht aber genau das richtige, indem sie gegenrechnet. Das Pärchen habe Schulden gehabt, dafür sei das Geld verwendet worden.

Dahingerafft…

…hat es den Blogbetreiber in den letzten beiden Wochen. Nach einem ordentlichen Infekt durfte ich nach einiger Zeit Kontakt aufnehmen zu einem bewusstseinsverändernden Antibiotikum mit integriertem Lebenslustverlust. Ich wusste bis dato gar nicht, dass es auch “Pro-Depressiva” gibt. Nicht schön. Aber ist ja jetzt so gut wie überstanden.

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